
Ich folge der Schreibeinladung von Christiane von“ Irgendwas ist immer„. Im zweiwöchentlichen Rhythmus erhalten wir drei Wortspenden, die in einem Text, Gedicht oder in einer Geschichte auftauchen müssen. Zur Inspiration gibt es einige Fotos, die Christiane selbst gestaltet.
Fachkräftemangel
Ich bin müde, geschafft von der Woche, ich fühle mich wie ein Drache, der nur einäugig in die finstere Welt schaut. Mein Arbeitspensum beträgt normalerweise 30 Wochenstunden, aber die Hälfte der Belegschaft ist krank. Da heißt es plötzlich „Wir müssen näher zusammenrücken und uns gegenseitig helfen“. Na toll, denke ich mir, als Handarbeits- und Hauswirtschaftslehrerin vertrete ich mal einfach Mathematik und Geschichte. Und so arbeite ich plötzlich 40, 50 Stunden die Woche.
Es ist eine Katastrophe: Fachkräftemangel in allen Sparten, es fehlen zigtausend Lehrer, aber, dass man die Zulassungen und Prüfungen etwas lockert, daran ist nicht zu denken. Sollen doch die Damen und Herren Kultusminister einmal zu mir kommen und häkeln. Mal sehen, wie sie sich anstellen. Ob da auch nur einer in der Lage ist, etwas Hübsches zu produzieren.
Die Tiraden der Politiker, wenn Wahlen anstehen, glaubt auch kein Mensch mehr. Sie präsentieren sich edel und vielversprechend. Aber am Ende leiden sie plötzlich an Demenz. Sie vergessen sämtliche Wahlversprechen, von wegen“ Unsere Kinder sind unsere Zukunft, wir brauchen ein solides Bildungssystem“. Ich sage nur, PISA-Studie, bei der Deutschland auf Platz 30 steht. Fast 25 Prozent unserer Schüler haben grundlegende Defizite in Lesen, Rechnen und Schreiben. Eine Schande für ein Industrieland, dass den Ruf geniesst fortschrittlich und hoch technisiert zu sein.
Gut, dass es so Leute wie uns gibt, Schreiberlinge, Texter, Dichter, die das geschriebene Wort am Leben halten.
Der eine dichtet jeden Dienstag, der andere schreibt Geschichten am Freitag. Die Zunft der Etüdenschreiber verfassen im zweiwöchentlichen Rhythmus schöne Etüden unterschiedlichster Richtungen. Daneben werden Buch-Rezensionen geschrieben, Einblicke ins Leben oder Reiseberichte, Kochrezepte und Lifestyle-Informationen. Egal, was geschrieben und gelesen wird, alles hat seine Daseinsberechtigung. Die Bewertung, Beurteilung ist dann subjektiv und unterliegt persönlichen Vorlieben.
Anmerkung der Redaktion: Die Geschichte ist frei erfunden, Ähnlichkeiten mit lebenden Personen sind zufällig.
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Ja – ist es nicht schlimm? Natürlich hilft man sich untereinander, aber was machen, wenn der Fisch vom Kopf her stinkt?
Nicht leicht, das alles. Ich habe auch keine Patentlösung.
Morgenkaffeegrüße 🌥️☕🍩
Guten Morgen Christiane, es gibt keine Patentlösung dafür….danke für deine Rückmeldung, LG Petra
„Was habe ich gesagt?! Und wenn ich so etwas gesagt haben sollte, dann war es anders gemeint, ist anders aufzufassen oder auszulegen.“
Besonders schön ist es, wenn Politiker zweier Parteien im TV miteinanderstreiten sollen. Immer geht es darum, das Fähnchen der eigenen Partei hoch zu halten, niemals nicht frei um das zu diskutierende Thema. Und wenn dann doch, dann in mikroskopischer Dosis.
Liebe Grüsse
Gerhard
…da haben Sie mich ganz falsch verstanden…ja, das sind so Tiraden oder Floskeln, die gerne genutzt werden. Eine freie Meinung innerhalb einer Partei…muhahaha… das geht ja gar nicht
danke für dein Feedback und schönen Sonntag
Themen, die seit zig Jahren bekannt sind, weil einfach in den Statistiken nachzulesen, werden ignoriert und vor sich hergeschoben: Infrastruktur, Lehrermangel, Fachkräftemangel, Munitionsmangel, Ersatzteilmangel bei der Wehrmacht, Pflegesituation etc. etc. Wenn man das Fortschritt nennt, dann finde ich mich nicht mehr zurecht.
Da bin ich bei dir Werner, das ist alles andere als Fortschritt, eher ein Rückschritt Richtung Steinzeit